Wenn man 60 wird, lohnt sich durchaus ein Blick zurück. Ein langer Weg ist gegangen und man erfreut sich (hoffentlich) an Erreichtem und Weitergegebenem. Wenn es gut läuft, im „Haus am See“, wenn es richtig gut läuft in eigener Freiheit und Selbstbestimmung. Wenn man allerdings bereits knapp 10 Jahre begraben liegt, ist dies nicht mehr möglich. Auf was würde Michael Jackson heute zurückblicken? Auf ein Leben voller Zucht, Disziplin und Selbstaufgabe? Oder mehr auf das Erreichte als begnadeter Künstler, als kreative Quelle, als Vorbild im Bereich Komposition, Tanz und Erfolg? Er kann darauf keine Antwort mehr liefern. 

Peter Pan

Viele Menschen in meinem Umfeld, haben ihn, aufgrund ihres Alters, nur noch als Freak, Angeklagter und gebrochenen Mann erlebt, der in den späten Jahren seiner Karriere (letzter #1-Hit 1995) versuchte, seine Reputation mithilfe sozialkritischer Texte zu retten. Ich hatte noch die Gelegenheit, das grenzensprengende Video zu „Thriller“ in seiner Entstehungszeit zu erleben und mir mein persönliches Kindheitstrauma einzupflanzen.

Bis heute, 36 Jahre nach seiner Veröffentlichung, ist „Thriller“ das meistverkaufte Album der Musikgeschichte. Er ist bis heute (unerreichtes) Vorbild in Sachen Tanz, Ausdruck und Komposition. Und er ist immer noch Sinnbild für die Frage nach Moral, Schuld und persönlicher Degeneration. Vielleicht ist er aber auch nur ein Ergebnis geraubter Kindheit, übertriebenem Ehrgeizes und häuslicher Gewalt. Wir sollten uns die Frage nicht beantworten, sondern immer die Wirkung unseres Handelns bedenken. Wir können nicht alle Peter Pan sein. Michael Jackson war es.

Hört mal wieder „Billy Jean“ …

Foto: thesource.net

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