Sind nicht die Menschen am größten, die uns NICHT jeden Tag mit ihrer Nase, ihrem Schaffen und ihren „Weisheiten“ streifen? Diejenigen, die stets etwas neben dem Vorhang stehen und auf Partys erst gefunden werden müssen? Obwohl sie, in dem was sie tun, außergewöhnlich, bewundernswert und vor allem prägend sind?

In den letzten Monaten sind viele Künstler gegangen, oft taten sie dies aus eigener Entscheidung. Was ich deutlich missachte, da Suizid nie eine Lösung sein darf. Ich wurde oft gefragt „Hey, der und der ist gestorben, schreibst du da was drüber?“. Ich verbleibe meist in steter Verneinung, da ich einen Tod erst einordnen muss und meist sowieso jeder ungefragt direkt seinen Senf dazu gibt. Auch heute häufen sich in Timelines wieder Bilder und kurze „R.I.P.“-Bekundungen, damit auch wirklich jeder weiß, dass der Tod berührt.

Ein Verlust
Ich habe etwas darüber nachdenken und schlafen müssen, um zum Schluss zu kommen, dass ein solch großer und bewundernswerter Künstler und Mensch wie Aretha Franklin Worte verdient. Genau an dieser Stelle. Nicht mit Pathos, aber mit dem Herz eines Musikverrückten, der weiß, das heute was fehlt. Viele Stimmen meiner Kindheit und Jugend sind mittlerweile verstummt, deren Schicksal vom Gipfel zum Freak mit bedauernswerter Geschwindigkeit an einem vorbei rast. Gesegnete Talente, wie Michael oder Whitney, haben es nicht ohne Stigma bis zum (frühen) Ende geschafft. Die Größte von allen hatte bis zum Ende einen geraden Rücken und uns in den Momenten ihres Tuns Stil, Haltung, Talent und Arbeit gelehrt. Ohne sich dabei zu inszenieren. Von den Anfängen in Memphis bis zum letzten Atemzug in Detroit. Der Kampf war lang, der Kampf war hart. Am Ende zu hart. Heute werden alle Menschen wieder buchstabieren. In Büros, auf dem Nachhauseweg oder in Kneipen. Nur etwas leiser als sonst.Wir öffnen das Fenster und es ist wieder 1967. Denkt einen kurzen Moment drüber nach. Es war Aretha …
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